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Stand: 02.07.2018

Pressemitteilung

Aktion, Gemeinschaft

Sommercamp schließt mit Teilnehmerrekord

Bereits zum dritten Mal fand das Sommercamp an der Neuen Welle in Schkeuditz mit Jugendlichen aus Schkeuditz und Merseburg statt. Das als Mitmach-Camp konzipierte Feriencamp, soll die Jugendlichen in verschiedenen Erlebensbereichen begeistern und auch fordern. Dafür gab es einen Mix aus sportlichen und aktionsgeladenen Angeboten (Bouldern, Bogenschießen, Wasserski), kulturell-kreativen Angeboten (Graffiti und Capoeira) sowie der gemeinschaftlichen Zeit im Camp an und in der Neuen Welle.

Die acht Mädchen und elf Jungen zwischen 11 und 17 Jahren verbrachten fünf Tage im Feriencamp. Nach dem Ankommen, dem gemeinsamen Zeltaufbau und Kennenlernspielen starteten bereits die mehrtägigen Workshops für die Jugendlichen. Mit Akazio für Capoeira und Oscar für Graffiti warteten zwei versierte und authentische Kursleiter/ Künstler auf die TeilnehmerInnen. Durch den sehr einseitigen Zuspruch für den Graffitworkshop und nach dem Aushandeln mit den Jugendlichen und Kursleitern wurde beschlossen, dass die Gruppe geteilt und alle Jugendlichen somit zwei Tage Graffiti und zwei Tage Capoeira besuchen konnten.

 
Sommercamp

     

 
Sommercamp 2












Capoeira ist eine Symbiose aus Kampfkunst, Tanz, Gesang und einem respektvollem Miteinander. Unterstützt durch einen tiefsinnigen und in sich ruhenden Lehrer sollte ein neuer Erlebensraum für die Jugendlichen geöffnet werden. Parallel dazu wurden im Graffitworkshop nicht nur Methoden und Skills für das Sprühen geübt, sondern es wurde sich auch mit dem Thema Demokratie auseinandergesetzt. Warum wollen wir innerhalb eines solchen erlebnisorientierten Angebotes mit Zelten, Bogenschießen, Klettern und Wasserski auch an diesen politischen und lebensorientierten Themen arbeiten?

Die Neue Welle und der Jugendclub Bummi sind, wie alle Einrichtungen unseres Verbandes, geprägt von Offenheit, Austausch und Begegnung. Die Teams der beiden Offenen Treffs stellen sich gegen menschenverachtendes Gedankengut und Diskriminierung. Demokratische Grundsätze und Beteiligung der Jugendlichen spielen eine wichtige Rolle. Wir möchten eine offene und respektvolle Gesellschaft unterstützen. Dies geschieht in kleinen politischen Aktionen, in der geschlechterreflektierenden Arbeit und im Alltag der Offenen Treffs.

 

Viele der Besucher und Besucherinnen tragen Alltagsrassismen in sich und äußern diese in verschiedenen Zusammenhängen. Fast ausnahmslos würden sie sich dabei nicht als diskriminierend oder gar rassistisch wahrnehmen oder bezeichnen. Schon im Ansatz sollte hier aufzuzeigt werden, wo Abwertung von Personengruppen und diskriminierendes Verhalten einsetzt.

Deshalb ist es uns auch bei den Mehrtagesveranstaltungen wichtig, Inhalte zu integrieren, die genau diese Thematiken aufgreifen. Der Oberbegriff Demokratiebildung bietet hier ein weites Feld, welches sich gut in die Dynamik eines Sommercamps einbinden lässt. Mit diesen kreativen Zugängen setzen sich die Jugendlichen schon beim Tun mit Begriffen der Demokratiebildung und Werten unserer Gesellschaft auseinander. Diesmal über die Geschichte des Capoeira, welche gezeichnet ist von der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung durch die europäischen Kolonialisten. In der kreativen Ausübung des Capoeira und durch den aus Brasilien kommenden Trainer Akazio konnten die Jugendlichen die Kultur dahinter (ein Stück Freiheit in der Unterdrückung und Wertschätzung/ Respekt) kennenlernen.


Sommercamp 3
      

Sommercamp 4


Beim Graffiti, worauf die Jugendlichen große Lust hatten, wurden in den Skizzen und Übungen Wörter erarbeitet, die eine Demokratie ausmacht. Diese Wörter/ demokratische Botschaften wurden an eine Wand ("hall of fame") der Turnhalle der Lessing Oberschule gesprüht. Jeder konnte zum Abschluss sein Graffiti und die Message vorstellen. An dieser öffentlichen Stelle bleiben die Graffiti und ihre Aussagen auch weiter im Alltag präsent.

Neben den ausführlich beschriebenen täglichen Workshops im Abendbereich gab es im Sommercamp auch noch mehr zu erleben. Am ersten Aktionstag waren wir im "Boulderkombinat" in Halle und die Jugendlichen sollten eine Teamchallenge absolvieren. In verschiedenen Aufgaben sollen die Jugendlichen gemeinsam an Lösungen arbeiten und möglichst viele Erfolge erzielen. In einigen Übungen war es notwendig, dass alle sich beteiligen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Dieses Angebot wurde deshalb auf den ersten Aktionstag gelegt, um die Gruppe enger zusammenwachsen zu lassen.

Am zweiten Aktionstag wurde "Take a Bow" in Leipzig besucht. Dort wurden den Jugendlichen die Grundlagen des traditionellen Bogenschießens vermittelt und sie konnten Kraft, Technik und Konzentration beweisen. Wer nach dem Klettern noch keinen Muskelkater hatte, hatte ihn spätestens am folgenden Tag. Um dem  entgegenzuwirken, wurde sich im Freibad Markranstädt entspannt. Dort sind wir auch unserer Kollegin Ina Maasch begegnet, die ihrerseits mit Teilnehmern des Naturcamps Dölzig baden war. Dieses Angebot richtete sich an Kinder und Jugendliche von sechs bis 11 Jahren.

Am kommenden Tag ging zur Wasserskizuganlage am Kulkwitzer See bei Leipzig. Mit Knieboards, Wasserski oder sogar Wakeboards konnten die Jugendlichen an ihre Grenzen gehen. Dabei ist die rasante Fahrt auf dem Wasser spektakulär und auch etwas respekteinflößend. Über die Knieboard gibt es aber einen einfachen Zugang, der schnell Erfolge zulässt. Um den "Wassersporttag" rund zu machen, besuchten wir wieder im Anschluss das Freibad. Bei dem Wetter war es auch keine Überraschung die Dölziger Camper wieder zu treffen.

Sommercamp 5

      

 Sommercamp 6

Es ist ein toller Anblick, wie sich das Gelände des Jugendclubs in ein Sommercamp verwandelt und eine ganz eigene Stimmung trägt. Das gemeinsame Frühstück und Abendbrot unter freiem Himmel, der Jugendclub als Lebensmittelpunkt, das Übernachten in Zelten oder der Hype beim Spiel "Die Werwölfe von Düsterwald", wo alle mit Spannung und Geduld dabei waren. Diese Stimmung spüren alle noch einmal am Abschlussabend, bei dem in einer Bildershow die schönsten Momente, die Aktionen und Schnappschüsse der Tage gezeigt werden. Mit viel Lachen, aber auch mit etwas Wehmut geht es dann in die letzte Nacht. Spätestens nach der Abschlussrunde am Abreisetag war klar. Den Jugendlichen hatte es super gefallen und freuen sich auf ein "Neues".